Eine Spirituose, ein Filler wie Tonic, Ginger Beer oder Soda und viel Eis: Hier findest du die klassischen Longdrinks mit den Mengen aus IBA- und Herstellerrezepten und erfährst, warum das Mischverhältnis über den Geschmack entscheidet.
- Spirituose + FillerDer Filler macht den größeren Teil des Drinks aus.
- Meist 1:2 bis 1:3Eine Orientierung für viele einfache Longdrinks. Es gibt Ausnahmen.
- Glas voll EisViel Eis hält kalt und verwässert langsamer.
Unsere Longdrink-Rezepte
Die Klassiker auf einen Blick
Die Mengen stammen von der Internationalen Barkeeper-Vereinigung IBA oder vom Hersteller, wo es kein IBA-Rezept gibt oder die IBA für den Filler keine Menge nennt (Aperol Spritz). Das Verhältnis ist aus diesen Mengen berechnet und gerundet.
| Drink | Basis | Filler | Weitere Zutaten | Verhältnis | Quelle |
|---|---|---|---|---|---|
| Aperol Spritz | 6 cl Aperol | 9 cl Prosecco, 3 cl Soda | Orangenscheibe | 3:2:1 (Prosecco : Aperol : Soda) | Aperol |
| Sarti Spritz | 6 cl Sarti Rosa | 9 cl Prosecco, 3 cl Soda | Limettenscheibe | 3:2:1 (Prosecco : Sarti Rosa : Soda) | Campari Group |
| Limoncello Spritz | 6 cl Limoncello | 9 cl Prosecco, 3 cl Soda | Zitronenscheibe | 3:2:1 (Prosecco : Limoncello : Soda), Zentiliter von uns umgerechnet | Pernod Ricard |
| Hugo | 15 cl Prosecco | ein Spritzer Soda | 2 cl Holunderblütensirup, Minze, Zitronenspalte | - | IDM Südtirol |
| Lillet Wild Berry | 5 cl Lillet Blanc | 10 cl Schweppes Wild Berry | Erdbeere, Himbeeren (unsere Wahl) | rechnerisch 1:2 | Lillet |
| Campari Soda | 3 cl Campari | 9 cl Soda | ohne Eis, im gekühlten Tulpenglas | 1:3 | Campari |
| Campari Orange | 4,5 cl Campari | 12 cl Orangensaft | Orangenspalte | rechnerisch etwa 1:2,7 | IBA (Garibaldi) |
| Gin Tonic | 5 cl Gin | 15 cl Tonic Water | Limette (unsere Wahl) | 1:3 | Fever-Tree |
| Gin Ginger | 5 cl Gin | 15 cl Ginger Ale | Orangenscheibe | rechnerisch 1:3 | Fever-Tree |
| Moscow Mule | 4,5 cl Wodka | 12 cl Ginger Beer | 1 cl Limettensaft | etwa 1:2,7 | IBA |
| Screwdriver | 5 cl Wodka | 10 cl Orangensaft | Orangenscheibe | rechnerisch 1:2 | IBA |
| Wodka Lemon | 5 cl Wodka | 15 cl Bitter Lemon | Zitronenspalte, Basilikum optional | rechnerisch 1:3 | Schweppes |
| Cuba Libre | 5 cl weißer Rum | 12 cl Cola | 1 cl Limettensaft | rechnerisch etwa 1:2,4 | IBA |
| Rum Cola | 5 cl weißer Rum | 10 cl Cola | ohne Garnitur | rechnerisch 1:2 | Bacardí |
| Dark 'n' Stormy | 6 cl Goslings Rum | 10 cl Ginger Beer | Limettenspalte | rechnerisch etwa 1:1,7 | IBA |
| Horse's Neck | 4 cl Cognac | 12 cl Ginger Ale | Zitronenschale, Angostura optional | 1:3 | IBA |
| Paloma | 5 cl Tequila | 10 cl Grapefruit-Limonade | 0,5 cl Limettensaft, Prise Salz | 1:2 | IBA |
| Tom Collins | 4,5 cl Old Tom Gin | 6 cl Soda | 3 cl Zitronensaft, 1,5 cl Zuckersirup | - | IBA (John Collins) |
| John Collins | 4,5 cl Gin | 6 cl Soda | 3 cl Zitronensaft, 1,5 cl Zuckersirup | - | IBA |
| Mojito | 4,5 cl weißer Rum | Soda zum Auffüllen | 2 cl Limettensaft, 6 Minzzweige, 2 TL weißer Rohrzucker | - | IBA |
Was ist ein Longdrink?
Laut Duden ist ein Longdrink ein "mit Soda- oder Mineralwasser, Fruchtsäften, Eiswürfeln u. Ä. verlängertes alkoholisches Getränk". Ausnahmen wie der Aperol Spritz mit Aperitif und Weinglas gehören trotzdem dazu.
Der Name sagt es: ein "langer" Drink, also einer mit viel Volumen. Die Spirituose ist der kleinere Teil, den größeren Teil macht der Filler aus, etwa Tonic Water, Ginger Beer, Soda, Cola oder Saft. Dazu kommt Eis, meist reichlich, und ein hohes Glas.
Longdrink, Cocktail, Highball: der Unterschied
- Cocktail wird meist als Oberbegriff für Mixgetränke verwendet. Der Duden beschreibt ihn als (alkoholisches) Mixgetränk mit Früchten, Fruchtsaft und anderen Zutaten.
- Longdrink ist ein verlängerter Drink mit großem Volumen, siehe oben.
- Highball ist nach dem Duden ein Longdrink auf Basis einer Spirituose. Difford's Guide beschreibt ihn als einfachste Form aus vier Elementen: Glas, Eis, Spirituose und ein Getränk mit Kohlensäure.
Eine verbindliche Abgrenzung gibt es nicht. Ein Gin Tonic ist zugleich Longdrink und Highball; ein Mojito mit Limettensaft, Zucker und Minze ist eher ein Cocktail, der als Longdrink serviert wird.
Das Mischverhältnis: die wichtigste Zahl
Das Mischverhältnis gibt an, wie viele Teile Filler auf einen Teil Spirituose kommen. Bei 1:3 kommen auf 5 cl Gin 15 cl Tonic. Der Vorteil: Ein Verhältnis funktioniert für jede Glasgröße, du musst nur die Größe eines Teils anpassen.
Als Orientierung für einfache Highballs zitiert Difford's Guide den Cocktailhistoriker David Wondrich: Weniger als die doppelte Menge Filler ist zu stark, mehr als die dreifache zu schwach. Die meisten Klassiker in der Tabelle liegen tatsächlich zwischen 1:2 und 1:3. Ausnahmen gibt es, etwa den Dark 'n' Stormy mit mehr Rum oder den Gin Tonic nach Tanqueray mit 1:4.
Bei Drinks mit Saft, Sirup oder Bitter wie Mojito oder John Collins hilft ein einfaches Verhältnis wenig. Hier hältst du dich an die Mengen im Rezept.
Die Spirituosen
Was Gin, Wodka, Rum oder Whisky heißen darf, regelt in der EU die Spirituosenverordnung (EU) 2019/787. Sie legt auch den Mindestalkoholgehalt fest:
| Spirituose | Mindestalkoholgehalt | Typische Longdrinks |
|---|---|---|
| Gin | 37,5 % vol | Gin Tonic, Tom Collins, Gin Ginger, John Collins (alle im Vergleich) |
| Wodka | 37,5 % vol | Moscow Mule, Screwdriver, Wodka Lemon |
| Rum | 37,5 % vol | Cuba Libre, Rum Cola, Dark 'n' Stormy, Mojito |
| Whisky | 40 % vol | Highball, Whisky Ginger |
Aperitifs wie Aperol sind keine Spirituosen dieser Kategorien und haben deutlich weniger Alkohol; Aperol hat laut Hersteller 11 % vol.
Die Filler
- Tonic Water: bitter durch Chinin, der Partner für Gin. Mehr dazu im Ratgeber Tonic Water: Sorten, Unterschiede und Chinin.
- Ginger Beer: scharf nach Ingwer, für Moscow Mule und Dark 'n' Stormy.
- Ginger Ale: milder und süßer als Ginger Beer, etwa im Horse's Neck oder im Gin Ginger.
- Soda: neutral, macht Drinks leichter, zum Beispiel im Aperol Spritz.
- Cola und Limonaden: süß und dominant, im Cuba Libre oder der Paloma mit Grapefruit-Limonade.
- Schaumwein: im Spritz der größte Teil des Drinks. Alle Varianten im Vergleich findest du bei den Spritz-Rezepten.
Glas und Eis
Das typische Glas ist der Highball, ein hohes, gerades Glas. Spritz-Drinks kommen ins große Weinglas, der Moscow Mule traditionell in den Kupferbecher, den die IBA neben dem Rocks-Glas nennt. Für fast alle Longdrinks gilt: Das Glas wird mit Eis gefüllt, statt nur ein paar Würfel hineinzugeben. So bleibt der Drink kalt und das Eis verwässert ihn langsamer.
So mixt du einen Longdrink
Die meisten Longdrinks werden direkt im Glas gebaut, ohne Shaker. Unsere Rezepte für Aperol Spritz, Gin Tonic und Moscow Mule folgen demselben Ablauf in drei Schritten:
- Das Glas mit Eis füllen.
- Die Zutaten abmessen und in der Reihenfolge des Rezepts eingießen: meist zuerst die Spirituose, dann den gut gekühlten Filler. Beim Aperol Spritz kommt der Prosecco vor dem Aperol ins Glas. Ein Messbecher (Jigger) hält das Mischverhältnis zuverlässiger als Augenmaß.
- Einmal sanft umrühren, damit die Kohlensäure erhalten bleibt, und garnieren.
Wie viel Alkohol steckt in einem Longdrink?
Die Menge reinen Alkohols rechnest du so aus: Milliliter mal Alkoholgehalt in Prozent geteilt durch 100 mal 0,8. Die Formel nennt das Schweizer Bundesamt für Gesundheit. Beispiel: 50 ml Gin mit 40 % vol enthalten 50 × 0,4 × 0,8 = 16 g Alkohol.
Ein Standardglas enthält laut Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG, früher BZgA) etwa 10 bis 12 g reinen Alkohol. Ein Gin Tonic mit 5 cl Gin entspricht damit schon mehr als einem Standardglas. Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen sagt dazu klar: Am besten für die Gesundheit ist es, keinen Alkohol zu trinken. Deshalb findest du bei vielen Rezepten auch eine alkoholfreie Variante. Longdrinks mit Spirituosen oder Aperitifs wie Aperol gibt es erst ab 18: Nach § 9 Jugendschutzgesetz dürfen alkoholische Getränke außer Bier, Wein, weinähnlichen Getränken und Schaumwein nicht an Kinder und Jugendliche abgegeben werden.
Häufige Fragen
Was ist ein Longdrink?
Ein alkoholisches Getränk, das mit einem Filler wie Tonic, Soda, Saft oder Limonade verlängert und auf Eis serviert wird.
Welches Mischverhältnis ist für Longdrinks üblich?
Die meisten Klassiker liegen zwischen 1:2 und 1:3, also zwei bis drei Teile Filler auf einen Teil Spirituose.
Was ist der Unterschied zwischen Longdrink und Cocktail?
Cocktail wird meist als Oberbegriff für Mixgetränke verwendet. Ein Longdrink ist ein verlängerter Drink mit viel Volumen und Filler.
Welches Glas nimmt man für Longdrinks?
Meist ein Highball-Glas. Spritz-Drinks kommen ins Weinglas, der Moscow Mule in den Kupferbecher.
Alle Rezepte findest du unter Rezepte.