Der Hugo ist ein Aperitif aus Südtirol: Prosecco, Holunderblütensirup, frische Minze und ein Spritzer Soda, auf Eis im Weinglas. Die Mengen oben folgen dem Rezept der Südtiroler Tourismusorganisation IDM auf suedtirol.info. Das ist eine regionale Rezeptfassung aus der Herkunftsregion, kein verbindlicher Standard: Ein Rezept der IBA gibt es für den Hugo nicht.
Die Mengen
suedtirol.info nennt 15 cl Schaumwein, 2 cl Melissen- oder Holunderblütensirup, einen Spritzer Soda, Minze und eine Zitronenspalte, dazu 2 bis 3 Eiswürfel im Weinglas. Ein festes Mischverhältnis lässt sich daraus nicht ableiten, weil das Soda nur als Spritzer angegeben ist. Andere Rezepte nehmen deutlich mehr Sirup oder Wasser. Wer es weniger süß mag, beginnt mit den 2 cl Sirup und gibt bei Bedarf etwas nach.
Das Original: Melisse statt Holunder
Erfunden hat den Hugo nach eigener Angabe Roland Gruber, genannt AK, 2005 in seiner Bar Sanzeno in Naturns. Ursprünglich verwendete er Zitronenmelissensirup. In einem Interview mit dem CLASS Bar Magazine beschreibt er sein erstes Rezept so: zwei Drittel Prosecco, ein Drittel Soda, einige Spritzer Melissensirup, 10 bis 12 Minzblätter und eine Zitronenscheibe, vorsichtig im Weinglas über Eis verrührt. Andere Quellen nennen für das Original 2 cl Sirup auf 15 cl Prosecco.
- Ursprünglich (2005): Zitronenmelissensirup, Prosecco, Soda, Minze und Zitrone.
- Heute üblich: Holunderblütensirup statt Melissensirup, sonst gleich aufgebaut. Das ist die Fassung unseres Rezepts oben.
Durchgesetzt hat sich der Holunderblütensirup, laut Wikipedia, weil er leichter erhältlich war. Zuerst sollte der Drink übrigens Otto heißen. Ein Patent hat Gruber nicht angemeldet.
Hugo und Hugo Spritz
Der klassische Hugo wird mit Sirup gemixt. Beim Hugo Spritz ersetzt Holunderblütenlikör den Sirup. Wie sich der Hugo von Aperol, Sarti und Limoncello Spritz unterscheidet, zeigen unsere Spritz-Rezepte im Überblick. Der Likörhersteller St-Germain nennt dafür etwa 6 cl Schaumwein, 4,5 cl St-Germain und 6 cl Sprudelwasser, mit Limette und Minze im großen Weinglas voll Eis. Sie ist eine Variante, nicht das Rezept oben.
Häufige Fehler
- Minze zerdrücken: Die Minze nur vorsichtig unterrühren. St-Germain rät ausdrücklich davon ab, sie zu muddeln.
- Zu wenig Kohlensäure: Prosecco und Soda gut gekühlt und frisch geöffnet verwenden, sonst wirkt der Hugo flach.
- Kräftig rühren: Der Prosecco verliert seine Kohlensäure. Einmal vorsichtig vermischen reicht.
- Zu viel Sirup: Der Drink wird schnell zu süß. Lieber mit 2 cl beginnen.
Varianten
- Mit Melissensirup: So wurde der Hugo ursprünglich gemixt. suedtirol.info nennt Melissensirup gleichrangig neben Holunderblütensirup.
- Mit Limette: Heute wird oft Limette statt Zitrone verwendet, etwa im Rezept des Sirupherstellers Darbo.
- Mit Mineralwasser: Viele Rezepte nehmen Mineralwasser mit Kohlensäure statt Soda und teils deutlich mehr davon. Darbo füllt das Glas je zur Hälfte mit Prosecco und Mineralwasser.
- Hugo Spritz: Mit Holunderblütenlikör statt Sirup, siehe oben.
Alkoholfreie Idee von longdrinks.net
Unsere eigene Idee, keine historische oder offizielle Rezeptfassung: alkoholfreien Sekt statt Prosecco nehmen und wie im Rezept mit Holunderblütensirup, Minze und Soda mixen.
Häufige Fragen
Was ist im Hugo?
Prosecco oder ein anderer Schaumwein, Holunderblütensirup, frische Minze, ein Spritzer Soda, Eis und eine Zitronenspalte.
Wer hat den Hugo erfunden?
Nach eigener Angabe Roland Gruber, 2005 in seiner Bar Sanzeno in Naturns in Südtirol. Ursprünglich mit Melissensirup.
Zitrone oder Limette?
Im Original und bei suedtirol.info Zitrone. Heute ist Limette ebenfalls üblich.
Was ist der Unterschied zwischen Hugo und Hugo Spritz?
Der Hugo wird mit Holunderblütensirup gemixt, der Hugo Spritz mit Holunderblütenlikör wie St-Germain.
Mehr Aperitifs findest du in der Übersicht Longdrinks: die Klassiker mit Rezept und Mischverhältnis, dazu den Aperol Spritz, den Mojito mit frischer Minze und alle Rezepte.