Schaumwein, ein Likör und ein Schuss Soda auf Eis im Weinglas: Nach diesem Muster entstehen die meisten Spritz-Drinks. Hier findest du unsere Spritz-Rezepte mit belegten Mengen, die Regel 3-2-1 und die Unterschiede zwischen Aperol, Sarti, Limoncello und Hugo.
- Schaumwein + Likör + SodaDer Schaumwein macht den größten Teil des Drinks aus.
- 3-2-1Drei Teile Prosecco, zwei Teile Likör, ein Teil Soda bei Aperol, Sarti und Limoncello.
- Weinglas mit EisAlle Spritz-Rezepte hier kommen ins Weinglas.
Unsere Spritz-Rezepte
Was ist ein Spritz?
Ursprünglich ist ein Spritzer nichts anderes als Wein mit Sodawasser. Daraus hat sich in Venetien der Spritz entwickelt, bei dem zum Wein ein Bitterlikör kommt. Die IBA verwendet für ihr Rezept Prosecco; als Bitter nennt Difford's Guide unter anderem Campari, Aperol, Select und Cynar.
Der Name geht der Überlieferung nach auf das 19. Jahrhundert zurück, als Venetien zum Kaisertum Österreich gehörte. Die Soldaten sollen den Wein aus der Region mit Wasser "gespritzt" haben, um ihn leichter zu machen. Difford's Guide leitet das venezianische Wort "Spriss" vom deutschen Verb "spritzen" ab.
Ein offizielles Rezept gibt es von der Internationalen Barkeeper-Vereinigung: Die IBA führt den Spritz mit 9 cl Prosecco, 6 cl Aperol und einem Spritzer Soda, auf Eis im Weinglas, garniert mit einer Orangenscheibe. Sie weist ausdrücklich darauf hin, dass es Fassungen mit Campari, Cynar oder Select statt Aperol gibt.
Die Grundformel 3-2-1
Die meisten Spritz-Drinks folgen derselben Regel: drei Teile Prosecco, zwei Teile Likör, ein Teil Soda. Aperol nennt dafür 9 cl Prosecco, 6 cl Aperol und 3 cl Soda. Ein Teil sind hier also 3 cl. Für ein kleineres oder größeres Glas änderst du nur die Größe eines Teils, das Verhältnis bleibt gleich.
Dasselbe Verhältnis nennen die Hersteller für den Sarti Spritz und den Limoncello Spritz. Beim Limoncello Spritz gibt der Hersteller nur die Teile an; die Zentiliter sind unsere Umrechnung. Der Hugo folgt der Formel nicht: Er kommt mit Sirup statt Likör, viel mehr Schaumwein und nur einem Spritzer Soda aus. Warum er trotzdem hierher gehört, erklären wir beim Hugo.
Spritz-Rezepte im Vergleich
| Drink | Schaumwein | Likör oder Sirup | Soda | Verhältnis | Garnitur | Quelle |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Aperol Spritz | 9 cl Prosecco | 6 cl Aperol | 3 cl | 3:2:1 | Orangenscheibe | Aperol |
| Sarti Spritz | 9 cl Prosecco | 6 cl Sarti Rosa | 3 cl | 3:2:1 | Limettenscheibe | Campari Group |
| Limoncello Spritz | 9 cl Prosecco | 6 cl Limoncello | 3 cl | 3:2:1, Zentiliter von uns umgerechnet | Zitronenscheibe | Pernod Ricard |
| Hugo | 15 cl Prosecco | 2 cl Holunderblütensirup | ein Spritzer | - | Minze, Zitronenspalte | IDM Südtirol |
Die Unterschiede
Aperol Spritz oder Sarti Spritz?
Die Mengen sind gleich, nur der Likör und die Garnitur unterscheiden sich. Aperol ist ein italienischer Bitter-Aperitif mit laut Hersteller 11 % vol. Sarti Rosa ist fruchtiger und weniger bitter, mit Aromen von Blutorange, Mango und Passionsfrucht, und wird mit Limette statt Orange garniert. Beide Marken gehören zur Campari-Gruppe.
Limoncello Spritz: Zitrone statt Bitter
Beim Limoncello Spritz gibt ein süßer Zitronenlikör den Geschmack vor, kein Bitter. Weil Limoncello viel Zucker enthält, nimmt der Hersteller Villa Massa für eine trockenere Variante weniger Likör, im Verhältnis 3:1:1. Mehr dazu im Rezept Limoncello Spritz.
Hugo: verwandt, aber ohne 3-2-1
Der Hugo aus Südtirol ist mit dem Spritz verwandt: Auch er besteht aus Schaumwein, einer süßen Zutat und Soda und kommt auf Eis ins Weinglas. Von der Grundformel 3-2-1 weicht er aber in drei Punkten ab:
- Sirup statt Likör: Holunderblütensirup süßt und aromatisiert, bringt aber selbst keinen zusätzlichen Alkohol und keine Bitternote mit. Der Alkohol im Hugo kommt allein vom Prosecco.
- Viel mehr Schaumwein: Die Südtiroler Rezeptquelle nennt 15 cl Prosecco auf 2 cl Sirup, rechnerisch etwa 7,5:1. Beim Spritz stehen Prosecco und Likör im Verhältnis 3:2.
- Soda nur als Spritzer: Das Soda ist kein fester Teil, deshalb lässt sich kein Verhältnis aus drei Zahlen angeben.
Dazu kommen frische Minze und eine Zitronenspalte. Der Hugo ist damit näher am ursprünglichen Spritzer aus Wein und Soda als am Spritz mit Bitterlikör. Beim Hugo Spritz ersetzt Holunderblütenlikör den Sirup, etwa im Rezept des Likörherstellers St-Germain. Beide Fassungen stellen wir im Rezept Hugo vor.
Die Zutaten
- Schaumwein: In allen unseren Rezepten Prosecco, gut gekühlt. Aperol nennt im Originalrezept Prosecco D.O.C.; für den Hugo nennt die Südtiroler Quelle allgemein Schaumwein.
- Likör oder Aperitif: bestimmt Farbe, Süße und Bitterkeit. Aperol und Sarti Rosa sind Aperitifs mit Bitternote, Limoncello ist ein Zitronenlikör, beim Hugo übernimmt ein Sirup diese Rolle.
- Soda: Sodawasser mit Kohlensäure macht den Drink leichter. Tonic Water ist kein Ersatz, weil es eigene Bitterkeit und Süße mitbringt.
- Eis und Glas: ein großes Weinglas mit Eis. Beim Aperol Spritz und Sarti Spritz kommt viel Eis ins Glas, beim Hugo reichen laut Südtiroler Rezept 2 bis 3 Eiswürfel.
So mixt du einen Spritz
- Ein Weinglas mit Eis füllen.
- Zuerst den Prosecco eingießen, dann den Likör. Diese Reihenfolge nennen die Hersteller für Aperol Spritz und Sarti Spritz.
- Mit Soda auffüllen und nur sanft umrühren, damit die Kohlensäure erhalten bleibt.
- Garnieren, beim Aperol Spritz mit einer Orangenscheibe, beim Sarti Spritz mit Limette.
Ein Messbecher (Jigger) hält das Verhältnis zuverlässiger als Augenmaß. Wie viel du für mehrere Gläser brauchst, rechnet dir der Portionsrechner in jedem Rezept aus.
Verwandte Aperitif-Drinks
Diese Aperitifs stehen bei uns in derselben Kategorie, sind aber keine klassischen Spritz-Rezepte: Ihnen fehlt der Schaumwein.
- Campari Soda: Campari und Soda im Verhältnis 1:3, ohne Eis im gekühlten Tulpenglas. Ein Spritz mit Campari statt Aperol ist dagegen ein Spritz im Sinne der IBA.
- Campari Orange: Campari mit frisch gepresstem Orangensaft im Highball-Glas, international als Garibaldi bekannt.
- Lillet Wild Berry: der weinbasierte Aperitif Lillet Blanc mit Beerenlimonade, rechnerisch im Verhältnis 1:2, auf Eis im Weinglas.
Häufige Fehler
- Tonic statt Soda: Tonic Water verändert den Geschmack. Ins Glas gehört Sodawasser.
- Nach Augenmaß gießen: Schon ein Schuss mehr Likör verschiebt das Verhältnis 3-2-1 deutlich.
- Kräftig rühren: Prosecco und Soda verlieren ihre Kohlensäure. Einmal sanft umrühren reicht.
- Warmer Prosecco: Gut gekühlter Schaumwein lässt das Eis langsamer schmelzen.
Spritz ohne Alkohol
Unsere Idee, kein Herstellerrezept: alkoholfreien Schaumwein und einen alkoholfreien Bitter-Aperitif im Verhältnis 3-2-1 mit Soda mixen und nach Geschmack anpassen. Alkoholfreie Aperitifs sind unterschiedlich süß und bitter, deshalb lohnt es sich, mit etwas weniger anzufangen.
Häufige Fragen
Was ist ein Spritz?
Ein Aperitif aus Schaumwein, einem Likör wie Aperol und einem Schuss Soda, auf Eis im Weinglas.
Welches Mischverhältnis hat ein Spritz?
Meist 3-2-1: drei Teile Prosecco, zwei Teile Likör, ein Teil Soda, zum Beispiel 9 cl, 6 cl und 3 cl.
Ist der Hugo ein Spritz?
Er ist mit dem Spritz verwandt und wird wie er auf Eis im Weinglas serviert, folgt aber nicht der Formel 3-2-1: Statt Likör kommt Holunderblütensirup hinein, der Schaumweinanteil ist viel höher (15 cl Prosecco auf 2 cl Sirup), und Soda gibt es nur als Spritzer.
Ist Campari Soda ein Spritz?
Nein. Campari Soda besteht nur aus Campari und Soda, ohne Schaumwein. Ein Spritz mit Campari statt Aperol ist dagegen eine Spritz-Variante, die auch die IBA nennt.
Mehr Klassiker findest du in der Übersicht Longdrinks: die Klassiker mit Rezept und Mischverhältnis und unter allen Rezepten.