Der Moscow Mule ist ein Longdrink mit eigenem Gefäß: dem Kupferbecher. Im Drink sind nur drei Zutaten, Wodka, Ginger Beer und frischer Limettensaft. Die Mengen oben folgen dem offiziellen Rezept der Internationalen Barkeeper-Vereinigung IBA.
Die Mengen und warum es kein festes Verhältnis gibt
Die IBA nennt 45 ml Wodka, 120 ml Ginger Beer und 10 ml frischen Limettensaft. Ein Mischverhältnis in Teilen gibt sie nicht an, deshalb zeigen wir hier keine Verhältnisgrafik. Rechnerisch kommen auf einen Teil Wodka knapp drei Teile Ginger Beer. Eis erwähnt die IBA nicht; wir servieren den Drink wie die Diageo Bar Academy auf Eiswürfeln.
Andere Quellen weichen etwas ab: Die Diageo Bar Academy, die zum Smirnoff-Eigentümer Diageo gehört, nennt auf einer Seite 50 ml Wodka, 15 ml Limettensaft und 130 ml Ginger Beer, auf einer anderen 50, 10 und 100 ml. Der Charakter bleibt gleich: ein kräftiger Schuss Wodka, deutlich mehr Ginger Beer und wenig Limette.
Ginger Beer ist nicht Ginger Ale
Für den Moscow Mule brauchst du Ginger Beer. Es schmeckt deutlich schärfer nach Ingwer als das mildere Ginger Ale. Mit Ginger Ale wird der Drink süßer und flacher.
Muss es ein Kupferbecher sein?
Nein. Die IBA nennt den Mule Cup oder ein Rocks-Glas, also einen Tumbler. Der Kupferbecher gehört zur Geschichte des Drinks. Als praktische Alternative geht auch ein Highball-Glas; das ist unser Vorschlag, keine Angabe der IBA. Wichtig ist genug Eis.
Praxishinweis zum Kupferbecher: Verwende für einen Moscow Mule einen Kupferbecher, der innen beispielsweise mit Edelstahl ausgekleidet ist. Blankes Kupfer kann bei Kontakt mit sauren Getränken Kupfer abgeben. Ein normales Trinkglas ist eine sichere Alternative.
Quellen: Iowa Advisory Bulletin AB-2017-01 zum Abschnitt 4-101.14 des FDA Food Code. Beides sind US-Regelungen, kein deutsches Recht.
Häufige Fehler
- Ginger Ale statt Ginger Beer: Der Drink verliert seine Schärfe.
- Limettensaft aus der Flasche: Frisch gepresster Saft schmeckt deutlich frischer.
- Zu wenig Eis: Ein halb gefüllter Becher erwärmt sich schnell, das Eis schmilzt und verwässert den Drink.
- Kräftig rühren: Das Ginger Beer verliert seine Kohlensäure. Einmal sanft umrühren reicht.
Varianten
- Mit Minze: Die Diageo Bar Academy garniert zusätzlich mit einem Minzzweig sowie Limetten- und Zitronenrad. Das ist eine Variante, nicht das IBA-Rezept.
- Andere Spirituose: Mit dunklem Rum statt Wodka wird aus dem Mule ein Drink im Stil des Dark 'n' Stormy, mit Gin ein Gin Mule.
Alkoholfreie Variante
Lass den Wodka weg und nimm etwas mehr Ginger Beer und Limettensaft. Wir nennen diese Variante Virgin Mule; ein standardisiertes Rezept dafür gibt es nicht. Den Geschmack bestimmen dann Ingwer und Limette. Wer mag, kann eine alkoholfreie Wodka-Alternative ergänzen.
Herkunft
Der Moscow Mule entstand Anfang der 1940er-Jahre in Los Angeles. Beteiligt waren John G. Martin, Manager der Firma Heublein, die Smirnoff Ende der 1930er-Jahre übernommen hatte, und Jack Morgan, Inhaber des Lokals Cock 'n' Bull, der eigenes Ginger Beer anbot. Laut The Oxford Companion to Spirits and Cocktails ließ Martin gravierte Kupferbecher herstellen und verteilte sie an Bars im ganzen Land. Häufig wird 1941 als Entstehungsjahr genannt, auch von Smirnoff selbst (laut einem Branchenbericht). Zweifelsfrei belegt ist dieses Datum nicht.
Häufige Fragen
Was braucht man für einen Moscow Mule?
Wodka, Ginger Beer, frischen Limettensaft und Eis. Nach IBA-Rezept 4,5 cl Wodka, 12 cl Ginger Beer und 1 cl Limettensaft.
Warum trinkt man Moscow Mule aus dem Kupferbecher?
Der Becher gehört seit den 1940er-Jahren zum Drink, weil John G. Martin gravierte Becher an Bars im ganzen Land verteilte. Nötig ist er nicht; die IBA nennt auch das Rocks-Glas.
Kann ich Ginger Ale statt Ginger Beer nehmen?
Möglich, es ergibt aber einen milderen, süßeren Drink ohne die typische Schärfe des Ginger Beer.
Welcher Wodka eignet sich?
Ein neutraler Wodka. Das historische Rezept wurde mit Smirnoff entwickelt, das IBA-Rezept nennt ihn ausdrücklich.
Mehr Klassiker findest du in der Übersicht Longdrinks: die Klassiker mit Rezept und Mischverhältnis und unter allen Rezepten. Mit Gin und Ginger Ale statt Wodka und Ginger Beer: der Gin Ginger.